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Pankreaskarzinomzentrum

Der Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pancreaskarzinom) steht bei Männern und Frauen in Deutschland an vierter Stelle der Krebstodesfälle. Die anatomische Lage des Bauchspeicheldrüsenkrebses ist gekennzeichnet durch die besondere Lage tief im Bauchraum in unmittelbarer Nachbarschaft zu lebenswichtigen Gefäßen wie Aorta, Pfortader und den Ursprüngen der Eingeweidearterien. Auf Grund der frühzeitigen Metastasierung ist die Prognose des Pancreaskarzinomes weiterhin als schlecht einzustufen.

Um eine optimale Versorgung der Patienten zu gewährleisten sind auf Grund der besonderen Anatomie und der schlechten Langzeitprognose des Pancreaskarzinomes besonders hohe Ansprüche an die diagnostische Genauigkeit sowie an die Therapie und hier insbesondere die chirurgische Expertise zu erfüllen.

Im Klinikum Memmingen besteht seit vielen Jahren eine große Erfahrung in der Behandlung von Patienten mit Pancreaskarzinom. Es ist eine Zertifizierung durch die Deutsche Krebsgesellschaft im April 2011.

In der Medizinischen Klinik II unseres Hauses stehen sämtliche diagnostischen Verfahren zur Verfügung und werden seit über 10 Jahren in bundesweit außergewöhnlicher Häufigkeit durchgeführt:

  • Sonografie (= Ultraschall) einschließlich Kontrastmittelsonografie
  • Endosonografie einschliesslich endosonografisch gesteuerter Punktionen
  • Diagnostische und therapeutische endoskopische Gallengangs- und Pancreasgangdarstellung (ERCP)

Im Institut für Radiologie stehen folgende Untersuchungsverfahren zur Abklärung bei Verdacht auf Bauchspeicheldrüsenkrebs zur Verfügung:

  • Computertomografie (CT)
  • Magnetresonanztomografie (MR) und magnetresonanztomografische Gallengangs- und Pancreasgangdarstellung (MRCP)
  • Positronenemissionstomografie (PET- CT)


Bei der Therapie stehen Operation, Chemotherapie und in besonderen Situationen die Strahlentherapie zur Verfügung. Die für den jeweiligen Patienten optimale Therapie wird in der interdisziplinären Tumorkonferenz besprochen, in der alle ärztlichen Kooperationspartner an einem Tisch sitzen.

Die radikale chirurgische Therapie ist bisher die einzige Möglichkeit ein langfristiges Überleben zu erreichen. Eine Operation ist erfolgsversprechend, wenn in der Diagnostik keine Fernmetastasen nachgewiesen worden sind, und der Tumor noch nicht wichtige arterielle Gefäße infiltriert. Eine Infiltration der Pfortader schließt eine Operation dagegen nicht aus. Die Entscheidung ob eine Operation durchgeführt werden kann, wird individuell getroffen.

Zur radikalen chirurgischen Therapie des Bauchspeicheldrüsenkrebses kommen unterschiedliche Operationsverfahren zum Einsatz:

  1. Bei Tumoren des Pankreaskopfes wird in der Regel die pyloruserhaltende Duodenopankreatektomie durchgeführt. Diese beinhaltet die Entfernung des Bauchspeicheldrüsenkopfes, des Zwölffingerdarmes, der Gallenblase und eine Teilentfernung des Gallenganges. Dabei wird im Gegensatz zur klassischen Operation nach Whipple der Magenpförtner erhalten.
  2. Bei Tumoren des Pankreaskörpers und –schwanzes erfolgt die sogenannte Pankreaslinksresektion. Körper und Schwanz der Bauchspeicheldrüse werden dabei entfernt, die Milz wird bei bösartigen Tumoren ebenfalls mitentfernt, der Pankreaskopf wird erhalten.
  3. In seltenen Fällen kann aufgrund der Lokalisation und Größe des Tumors die Totalenfernung der Bauchspeicheldrüse notwendig sein.


Für alle Operationen, die in kurativer Absicht durchgeführt werden, gilt der Grundsatz der radikalen Entfernung der benachbarten Lymphknoten.

In unserem Pankreaszentrum wird das gesamte Spektrum der chirurgischen Therapie routiniert durchgeführt.
Der Leiter des Pankreaszentrums, Prof. Dr. Gutt verfügt über eine langjährige Erfahrung in der chirurgischen Therapie von Erkrankungen des Pankreas mit mehreren Hundert durchgeführten Operationen. Prof. Gutt war unter anderem massgeblich am Aufbau des Europäischen Pankreas - Zentrums, Heidelberg, beteiligt. Mehrere Studien wurden von ihm zum Thema Pankreaschirurgie initiiert und durchgeführt.

Eine schwere Organerkrankung betrifft immer den ganzen Menschen. Daher erfolgen im Falle eines Pancreaskarzinomes obligat eine psychoonkologische Beratung sowie eine Beratung durch den Sozialdienst und eine Diätassistentin. Auf Wunsch kann eine seelsorgerische Betreuung in Anspruch genommen werden.