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Übergewicht oder Haarausfall - Die Schilddrüse kann schuld sein

Bei einem Eingriff an der Schilddrüse wird am Klinikum Memmingen mit einer Lupenbrille operiert (im Bild Chefarzt Professor Dr. Dr. h.c. Carsten N. Gutt). Diese spezielle Brille vergrößert das Operationsfeld um das 2,5- bis 3-fache. Dadurch können die feinen Strukturen in dem Organ besser sichtbar gemacht werden. Foto: Haas/Klinikum Memmingen

 

„Kleine Drüse mit großen Auswirkungen“, nennt Chefarzt Professor Gutt vom Klinikum Memmingen die Schilddrüse. Denn das schmetterlingsförmige Organ verantworte vieles: „Nervosität, Übergewicht, Haarausfall oder unerfüllter Kinderwunsch – Hier kann die Schilddrüse eine Rolle spielen.“ Bei einer öffentlichen Informationsveranstaltung vor rund 120 Interessierten informierten Gutt und Kollegen über konservative und operative Behandlungsmöglichkeiten.

Bei jedem dritten Erwachsenen sei die Schilddrüse krank oder verändert, erklärte Oberarzt Dr. Günther Bechtner von der Medizinischen Klinik II am Klinikum Memmingen. Ein Jodmangel könne die Ursache sein. „Denn die Schilddrüse ist bei ihrer Hormonproduktion auf dieses Spurenelement angewiesen.“

Die Weltgesundheitsorganisation empfehle eine Jodzufuhr von rund 200 Mikrogramm am Tag. „Tatsächlich nehmen aber die  meisten Deutschen nur zwischen 100 und 120 Mikrogramm zu sich.“ Jod sei zwar zum Teil in Speisesalz, Milchprodukten, Back, Fleisch- oder Wurstwaren zu finden, das reiche aber nicht aus, um eine optimale Jodversorgung zu gewährleisten. „Um Ihren Jodbedarf zu decken, müssten Sie zweimal pro Woche Seefisch essen, denn er gehört zu den wenigen Lebensmitteln mit relativ hohem Jodgehalt.“ 

Die Folge eines Jodmangels könne eine Schilddrüsenvergrößerung sein. „Das lässt sich leicht ertasten oder schon auf den ersten Blick an einem Kropf erkennen.“ Während dieser meist keine Beschwerden mache, könnten andere Schilddrüsenerkrankungen wie Knoten, Entzündungen oder Tumore den Körper massiv beeinträchtigen.

Autoimmunerkrankungen wie die Schilddrüsenentzündung Hashimoto beispielsweise können laut Bechtner zu einer Schilddrüsenunterfunktion mit Antriebslosigkeit, Gewichtszunahme oder Abnahme der Fruchtbarkeit führen.

„Bei den Knoten unterscheiden wir zwischen aktiven heißen und inaktive kalten Knoten“, so der Oberarzt. Bei heißen Knoten liege oft eine gesteigerte Hormonbildung und damit eine Schilddrüsenüberfunktion vor, die zu Reizbarkeit, Haarausfall, hohem Blutdruck oder Gewichtsabnahme führen könne. „Heiße Knoten können wir durch eine Operation oder eine Radiojod-Therapie ausschalten. Bei letzterer wird der Knoten durch radioaktives Jod zerstört“, so Bechtner. Die Strahlenbelastung für den Patienten sei dabei gering und nach Erkenntnissen aus jahrzehntelanger Erfahrung unbedenklich.

Kalte Knoten produzieren laut dem Oberarzt keine Hormone. „Sie entarten in etwa fünf Prozent der Fälle. Allerdings verzeichnen wir bei Schilddrüsenkrebs beste Heilungschancen“, so Bechtner. Nach zehn Jahren würden immer noch rund 90 Prozent der Krebspatienten leben, informierte Oberarzt Daniel Krampulz von der Klinik für Allgemein-, Visceral-, Thorax- und Gefäßchirurgie am Klinikum Memmingen, der auf die operativen Therapiemöglichkeiten einging.

„Falls ein kalter Knoten eine deutliche Wachstumstendenz aufweist, beim Ultraschall oder in einer Feinnadelbiopsie verdächtig erscheint, ist die vollständige operative Entfernung des betroffenen Schilddrüsenlappens die Therapie der Wahl“, so Krampulz. Mit Hilfe eines sogenannten Neuromonitorings messe und überwache der Operateur die Funktion der Stimmbandnerven, um das Risiko einer Stimmbandschädigung so gering wie möglich zu halten. Auch werde jeder Eingriff an der Schilddrüse mit einer Lupenbrille operiert, die das Operationsfeld um das 2,5- bis 3-fache vergrößere: „Dadurch können wir die feinen Strukturen in dem Organ besser sehen und schützen“, erklärte Krampulz. „Und natürlich verwenden wir höchste Sorgfalt darauf, ein schönes kosmetisches Ergebnis zu erzielen“, ergänzte Chefarzt Professor Dr. Dr. h.c. Carsten N. Gutt von der Klinik für Allgemein-, Visceral-, Thorax- und Gefäßchirurgie.

Bei Schilddrüsenkrebs würden in der Regel das ganze Organ sowie die angrenzenden Lymphknoten entfernt: „Anschließend führen wir, wie auch bei den heißen Knoten, eine Radiojod-Behandlung durch“, so Oberarzt Krampulz. Die Prognose sei dann in der Regel sehr gut: „Die meisten unserer Patienten werden wieder vollständig gesund“, informierte Gutt.

 

Kontakt:

Schilddrüsen-Sprechstunde am Klinikum Memmingen

Telefon: 08331/70-2352.

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