Sie sind etwa KM vom Klinikum entfernt.
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Es sind Bilder, die sich eingeprägt haben: schwer kranke Neugeborene und Säuglinge in einem Hospital in Ghana, denen aufgrund mangelnder Diagnosetechnik und Therapiemöglichkeiten nicht mehr geholfen werden kann. Nach seinem ersten Besuch vor 9 Jahren im ghanaischen Techiman war für den passionierten Kindermediziner Prof. Dr. Rainer Burghard klar, dass er wiederkommen wird. Nach zahlreichen Besuchen und Anstrengungen endet in diesem Jahr sein ehrenamtliches Engagement in Afrika.
12 Jahre leitete Prof. Burghard als Chefarzt die Memminger Kinderklinik. Sein weiterer beruflicher Weg führte ihn als Ärztlichen Direktor zur Kinderklinik in Siegen. Kaum im Ruhestand, erwies sich ein Projekt des Rotary Clubs als reizvolle Aufgabe für Prof. Burghard: der Verein „German Rotary Volunteer Doctors“ (GRVD) mit einem Ärztepool von bundesweit fast 1100 Medizinern hat sich zur Aufgabe gemacht, Kliniken in Ghana und Nepal dauerhaft finanziell und personell zu unterstützen. Professor Burghard entschied sich für eine Kinderklinik im afrikanischen Techiman in Ghana. Vor neun Jahren reiste Burghard erstmals zum „Holy Family Hospital“. Bei jährlich 6000 Geburten herrschten dort katastrophale hygienische Verhältnisse und unzureichende medizinische Behandlungsmöglichkeiten mit der Folge einer extrem hohen Neugeborenensterblichkeit. Professor Burghard und weitere Kinderärzte unterstützten in den Folgejahren regelmäßig personell die dortige Klinik, verbesserten die Hygiene, qualifizierten das medizinische Personal und sorgten über Spenden für eine bessere Geräteausstattung.
„Die Kinderklinik in Techiman ist mittlerweile ein Leuchtturmprojekt in Ghana und hat sich sehr gut entwickelt“ berichtet Prof. Burghard. Der Memminger Rotary-Club und die Weltorganisation der Rotarier spendeten fast 100.000 US-Dollar für eine Kinder-Intensivstation und finanzierten auch das Röntgengerät einer benachbarten Klinik. Die Zahl der Kinderärzte konnte deutlich gesteigert werden. Für Ärzte und Schwestern wurde ein Trainingsprogramm aufgelegt, unter anderem mehrwöchige Hospitationen in der Memminger Kinderklinik, die sich als sehr gewinnbringend erweisen sollten. Sogar die Telemedizin hat in Techiman Einzug gehalten und so kann ein Radiologe auch die Röntgenbilder beurteilen, die eine andere Klinik mangels Facharzt zur Auswertung nach Techiman sendet. Für zwei Jahre übernahm Prof. Burghard zusätzlich die Aufgabe des Koordinators für alle 13 Kliniken in Ghana, die vom Rotary Club unterstützt werden.
Nach wie vor gibt es in Ghana aber erhebliche strukturelle Mängel: unterfinanzierte Kliniken, verbreitete Armut, schlechte Verkehrsverbindungen und ein fehlendes Umweltbewusstsein.
„Die Zahlen der Neugeborenensterblichkeit stagnieren, dennoch bin ich zuversichtlich, dass unser Projekt erfolgreich weitergeführt wird“ zieht Prof. Rainer Burghard als Bilanz. Trotz der Beschwernisse seiner zahlreichen Reisen wird er weiterhin Kontakt zu einigen liebgewordenen Menschen in Afrika halten. Zurück im heimischen Memmingen kann er sich jetzt wieder seiner Aufgabe als Vorsitzender des Fördervereins des Memminger Klinikums widmen.
Text: Werner Mutzel
Neun Jahre hat sich der frühere Leiter der Memminger Kinderklinik Prof. Dr. Rainer Burghard ehrenamtlich in einem Projekt der Rotarier in Ghana engagiert. Unsere Bilder zeigen den passionierten Mediziner bei einer Untersuchung und einer Visite im Kinderhospital in Techiman, der Hauptstadt der Bono East Region.
Fotos: Dr. Ekow Mensah