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Darmzentrum

Aktualisiert: 28.07.2012 um 23:06 Uhr

Darmkrebs geht alle an

Darmkrebs ist mit 70000 Neuerkrankungen in Deutschland die zweithäufigste Krebserkrankung. Obwohl die Sterblichkeit seit Mitte der 1970er Jahre kontinuierlich abnimmt, ist Darmkrebs die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache. 

Das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken nimmt mit zunehmendem Alter, etwa ab dem 50. Lebensjahr deutlich zu. Circa 6 % der Bevölkerung (in Deutschland ca. 5 Mio. Personen) müssen damit rechnen, dass sie im Laufe ihres Lebens an Darmkrebs erkranken.

Das Darmzentrum Memmingen

Um den Kampf gegen den Darmkrebs gewinnen zu können ist es notwendig, alle Kräfte zu bündeln. Das Darmzentrum Memmingen hat sich zum Ziel gesetzt, durch die intensive Zusammenarbeit von Ärzten und Pflegekräften aller beteiligten Fachrichtungen die Versorgung zu optimieren. Das geschieht auf den Ebenen der Vorsorge und Prävention, der Diagnostik sowie der Therapie und Nachsorge. Neben den Fachabteilungen des Klinikums sind zahlreiche externe Kooperationspartner an das Darmzentrum angeschlossen.

Prävention und Vorsorge

Die beste Behandlung ist bekanntlich die Vorbeugung. Durch eine gesunde Lebensweise mit regelmäßiger körperlicher Aktivität und gesunder, vitaminreicher Ernährung kann das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, deutlich gesenkt werden. In den meisten Fällen entwickelt sich Darmkrebs aus zunächst gutartigen Vorstufen, den sogenannten Polypen (Adenomen). Es dauert etwa 10 Jahre, bis sich aus einem Polypen ein bösartiger Tumor entwickelt, Zeit, die man zur Früherkennung nutzen kann. Durch Stuhltests kann verborgenes Blut im Stuhl nachgewiesen werden. Dadurch lassen sich Darmkrebsfälle häufig in früheren Stadien feststellen, was das Risiko, an Darmkrebs zu sterben deutlich senkt. Polypen bluten in der Regel nicht und werden durch den Stuhltest meist nicht angezeigt. Die wirkungsvollste Vorsorgeuntersuchung ist die Darmspiegelung (Vorsorgekoloskopie). Dabei lassen sich vorhandene Polypen frühzeitig diagnostizieren und abtragen, die weitere Entartung zum Darmkrebs wird dadurch unterbunden. Auch große und flächige Polypen können in unserem Zentrum in den meisten Fällen endoskopisch vollständig entfernt werden.

Diagnostik

Die primäre Diagnostik erfolgt in erster Linie im Rahmen der Darmspiegelung, die nicht nur im Klinikum, sondern auch bei niedergelassenen Fachärzten (Gastroenterologen) durchgeführt wird.

Wird der Verdacht auf Darmkrebs geäußert, so wird anhand von Gewebeproben vom Pathologen die Diagnose mikroskopisch erhärtet oder gegen andere Krankheiten abgegrenzt.

Wenn sich der Verdacht bestätigt ist eine weiterführende Ausbreitunsdiagnostik notwendig. Hierbei spielt der Ultraschall (Endosonografie, kontrastverstärkte Sonografie) und moderne radiologische Schnittbildverfahren (Computertomografie und Kernspintomografie) die wichtigste Rolle.

Operative Therapie

Durch eine chirurgische Tumorresektion kann Darmkrebs häufig geheilt werden, dabei kommen verschiedene operative Verfahren zum Einsatz. Entscheidend für das Ergebnis ist nicht zuletzt die Expertise des Chirurgen. Durch eine hohe Erfahrung jedes einzelnen Operateurs ist im Darmzentrum Memmingen eine optimale Voraussetzung gegeben. Auch fortgeschrittene Tumorstadien mit einzelnen Streuherden in Organen wie Leber oder Lunge (Metastasen) können nicht selten mit einer echten Heilungschance operiert werden. 

Auf den Stationen erfolgt vor und nach der Operation die individuelle Betreuung durch qualifiziertes Pflegepersonal.

Chemotherapie und Bestrahlung

Für manche Tumorstadien konnte gezeigt werden, dass durch eine Chemotherapie, je nach Lokalisation des Tumors auch in Verbindung mit einer Bestrahlung, die Heilungschancen deutlich verbessert werden können. Die Behandlung wird vor oder nach der Operation durchgeführt, entweder in der onkologischen Ambulanz des Klinikums oder in der kooperierend angeschlossenen Praxis (Dr. Ellbrück, Dr. Niedermaier).

Wenn die Tumorausbreitung in die Organe im Vordergrund steht, kann auch eine alleinige Chemotherapie sinnvoll sein.

Die Tumorkonferenz

Jeder Patient mit Darmkrebs wird in einer wöchentlich stattfindenden Tumorkonferenz vorgestellt, an der alle dem Darmzentrum zugehörigen Fachabteilungen teilnehmen. Wichtige Befunde können direkt demonstriert und diskutiert werden. Hierbei kann für jeden Patienten das richtige Therapiekonzept festgelegt werden.

Geeigneten Patienten wird die Teilnahme in großen, an mehreren Zentren gleichzeitig durchgeführten Therapiestudien angeboten, in denen aussichtsreiche neue Therapiekonzepte eingesetzt werden.

Begleitende Behandlungsmaßnahmen

Der gesamte Mensch steht im Darmzentrum im Mittelpunkt unserer Bemühungen. Dazu gehört auch ein großes Angebot an psychologischer und seelsorgerischer Unterstützung. Spezielle Beratungsdienste, z.B. für Patienten mit künstlichem Ausgang (Stomaberatung), oder für die richtige Ernährung nach einer Therapie stehen ebenso zur Verfügung wie Physiotherapie und Sozialdienst.