Was ist ein Herzkatheter?

Aktualisiert: 06.11.2013 um 11:53 Uhr

Die Arterien, die das Herz mit Blut versorgen, sind so klein, dass sie nur mit einer speziellen Röntgentechnik, der Herzkatheteruntersuchung, dargestellt werden können. Hierfür wird durch einen dünnen Kunststoffschlauch Röntgenkontrastmittel in die Herzarterien eingespritzt und gleichzeitig Röntgenaufnahmen angefertigt.

Abb. 1: Angiogramm mit hochgradiger Engstelle (Stenose) an der linken Herzkranzarterie

Damit sind die Herzarterien sowie eventuelle Verengungen oder Verschlüsse erkennbar, und ihr behandelnder Arzt kann entscheiden, ob eine medikamentöse Behandlung, eine Erweiterung der Arterie mit einem Ballonkatheter oder eine Herzoperation notwendig sind. Der Zugang zum Gefäßsystem erfolgt in örtlicher Betäubung, in der Regel von der rechten Leiste aus. Bei geeigneten Patienten ist auch ein Zugang über das Handgelenk möglich.

Abb. 2: Koronar-Stent (stark vergrößert)

Vor der Untersuchung wird der Patient in einem Aufklärungsgespräch durch den Arzt über Ablauf und Risiken der Untersuchung genau aufgeklärt. Dabei werden noch offene Fragen geklärt. Im Anschluss an eine körperlichen Untersuchung werden die aktuellen Blutwerte überprüft.

Zur Vorbereitung für die Untersuchung gehört es auch, dass die Leisten rasiert werden und eine Infusionskanüle gelegt wird. Eine Narkose ist für die Katheteruntersuchung nicht  notwendig, da diese fast vollständig schmerzfrei abläuft. Bei Bedarf ist es jedoch jederzeit möglich, dass der Patient unmittelbar vor der Durchführung ein Beruhigungsmittel erhält.

Es ist heute üblich im Falle der Notwendigkeit eines Eingriff an den Herzarterien (Dilatation, Stentimplantation) dieser in der Regel in gleicher Sitzung durchzuführen. Am Ende der Untersuchung wird die Zugangsstelle in der Leiste abgedrückt und ein Druckverband angelegt.

Sollten wie oben angesprochen sich bei der Untersuchung behandlungsbedürftige Engstellen der Herzarterien (Abb. 1) zeigen, werden diese meist in der gleichen Sitzung mit einem Ballonkatheter erweitert und eventuell mit einem Stent (Gefäßstütze) versorgt. Diese Stents bestehen aus einer speziellen Metalllegierung (Durchmesser 2-4 mm, Länge 2-3 cm, Abb. 2 und Abb. 3). Je nach Situation setzen wir auch sog. beschichtete Stents ein, die ein Medikament freisetzen, um eine spätere Wiederverengung des Stents zu verhindern.

Abb. 3.: Katheter mit aufmontiertem Stent im Größenvergleich